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Stolperstein-Verlegung für Josef Schlauss und Max Kahn
Mittwoch, 10. Juni 2026, ca. 13.20 Uhr
Bergisch-Gladbacher-Str. 487, 51067 Köln-Holweide, KVB Linie 13 (H) Vischeringstr.
Der bekannte Künstler Gunter Demnig verlegt im Auftrag des NS-Dokumentationszentrums Köln, des Centrum Schwule Geschichte (CSG) und des Paten Gerd Stein und in Anwesenheit des „Runden Tisches Holweide" einen neuen Stolperstein für Josef Schlauss und setzt einen schon verlegten vom Rathenauplatz für seinen Partner Max Kahn hierhin um:
HIER WOHNTE
JOSEF SCHLAUSS
JG. 1888
VERHAFTET 17.9.1938
VERURTEILT § 175
2 JAHRE GEFÄNGNIS
Josef Schlauss, Jahrgang 1888, wurde am 17.9.1938 wegen Vergehens gegen den § 175 Reichsstrafgesetzbuch verhaftet und zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Das Gericht urteilt: durch sein jahrelanges unsittliches Verhalten würden seine Verdienste im Krieg ausgelöscht, er hätte sich auch nicht gescheut, nach 1933 und selbst nach Erlass der Nürnberger Blutschutzgesetze mit Kahn zusammen zu wohnen und sein schändliches Treiben fortzusetzen.
Max Kahn (Jahrgang 1898) lebte von 1920/22 bis 1938 unter der Anschrift Bergisch-Gladbacher-Str. 487 in Köln-Holweide mit seinem Lebenspartner Josef Schlauss zusammen. Seine letzte Anschrift lautete: Horst-Wessel-Platz 9 in Köln (ein sogenanntes "Ghettohaus"), heute Rathenauplatz 9. Am 21.9.1938 wurde er zum ersten Mal wegen homosexueller Betätigung festgenommen. Seine Verhaftung erfolgte im Rahmen einer Sonderaktion gegen Homosexuelle in Köln, durchgeführt von der Düsseldorfer Stapo und der Kölner Kripo.
Max Kahn
wurde von der 3. großen Strafkammer am 9.11.1938 wegen eines fortgesetzten Vergehens nach § 175 RStGB zu einer Gefängnisstrafe von 2 Jahren verurteilt.
Am 3.12.1940 wurde er erneut verhaftet. Er wurde am 7.4.1941 zu einer Haftstrafe von 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Urteil wurde als erschwerend festgehalten, dass er Jude sei. Max Kahn verbüßte seine Strafhaft im Zuchthaus Siegburg und in verschiedenen Moorlagern im Emsland.
Er kam im Konzentrationslager Buchenwald ums Leben.
Verleihung des
Ehrenpreises
Rheinischen ARCHIVARius 2026 an Thomas Deres für seine Verdienste um die Kölner Stadtgeschichte
Am Sonntag, 29. März 2026, wurde der Rheinische ARCHIVARius an Thomas Deres im Kulturzentrum des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) in der Abtei Pulheim-Brauweiler verliehen. Das Centrum Schwule Geschichte (CSG) möchte damit seine vorbildliche Tätigkeit, u.a. im Historischen Archiv und im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen.
Laudator Dr. Werner Jung ehemaliger Direktor NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln erzählte humorvoll und anschaulich von Thomas Deres umfangreichen Beitrag und Unterstützung. Thomas Deres gehört u.a. zum Herausgeberkreis des Jahrbuchs „Geschichte in Köln“ für Stadt- und Regionalgeschichte und hat dort immer wieder Beiträge verfasst. Außerdem vermittelt er kenntnisreich und engagiert Kölner Stadtgeschichte bei Stadtrundgängen zu historischen Gebäuden der Stadt und pflegt somit die notwendige Aufarbeitung von Geschichte und Erinnerungskultur. Beim Einsturz des Historischen Archivs am 3. März 2009 hat er die Besucherinnen des Lesesaals rechtzeitig gewarnt und damit retten können. Er verließ als letzter das Gebäude, Sekunden vor dessen Einsturz. Er ist somit ein würdiger und verdienstvoller Preisträger, ganz im Sinne des Rheinischen ARCHIVARius.
Thomas Deres (li.) mit CSG Vorständen Gerd Stein und Holger Willms
Sowohl Dr. Werner Jung als auch Dr. Mark Steinert, Leiter des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums in der Abtei Brauweiler betonten, wie wichtig dieser Preis für die Anerkennung der Mitarbeiter:innen in den Archiven und Dokumentationszentren sei, die sich mit besonderem Engagement für die Bewahrung des kulturellen Erbes und Sicherung der Geschichte im Rheinland einsetzen.
Unter den Gästen befanden sich unteranderem die Pulheimer Bürgermeisterin Frau Elisabeth Rehmann, der Direktor des NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln Dr. Henning Borggräfe und ehemalige Kolleg:innen des Preisträgers.
Das CSG und sein Förderverein danken dem Kuratorium und dem Landschaftsverband Rheinland herzlich für deren Unterstützung und freut sich den Rheinischen ARCHIVARius – Preis für besondere Leistungen in der Archiv- und Dokumentationsarbeit auch 2028 wider zu verleihen.
Bewerbungen für 2028 können online unter ww.csgkoeln.org/archivarius oder per Mai archivarius@fv-csg.de bereits eingereicht werden.
Ausgabe:
aktuelle Ausgabe 2/2025
Gerd Stein (V.i.S.d.P.), Holger Willms
Beiträge:
Kristof Balser, Lenard Kramp, Frank Hoyer, Willi Kutsch (1951–2020), Werner Matrisch, Herbert Potthoff (1947–2017), Friedrich-H. Schregel, Martin Sölle, Marcus Velke, Holger Willms
Grafik:
Holger Willms, www.GlobalGraphics.de
Auch Don Mc Leod vom Mark S. Bonham Centre in Toronto/Canada (Bild) lobt das Buch als unschätzbare Bereicherung zur Erforschung der schwulen Geschichte.
Der Katalog spiegelt die Ausstellung von der Antike bis zur Gegenwart wider und zeigt in zusätzlichen Dokumenten Details der Geschichte des § 175 StGB und Einzelschicksale.
Gefördert wurde der Katalog vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.
Das Centrum
- Bildungsveranstaltungen, Vorträge und Lesungen
- Ausstellungen
- Archivierung von Zeitschriften, Bild-, Film- und Tonmaterial sowie Objekten, die mit dem Lebender Schwulen in Köln und dem Rheinland verbunden sind
- Bibliothek: Sammlung von Forschungsliteratur und Belletristik
- Wissenschaftliche Forschung und dieVeröffentlichung der Ergebnisse
Unser Archiv
Es sammelt Dokumente und bietet Einsicht und Informationen aus vergangenen Jahrhunderten und vergangenen Jahrzehnten des Lebens von Schwulen und der dazugehörigen Geschichte.
- schriftliche Nachlässe, insbesondere Nachlässe von Aktivisten der Schwulenbewegung
- Originalzeugnisse wie Flugblätter, Broschüren, Schriften und Plakate
- Zeitzeugeninterviews
- Bild-, Film- und Tondokumente
Unsere Bibliothek
- ca. 7.000 Titel Fach- und Sachliteratur sowie Belletristik
- ca. 900 Titel deutscher und internationaler Zeitschriften seit 1900, insgesamt etwa 17.000
- Nachschlagewerke und Dokumentationen
- Mitteilungsblätter
Unser Förderverein
- Mitgliederwerbung
- Akquisition von Spenden, Finanzmitteln und Fördermitteln für:
- den Ankauf von Fach- und Sachliteratur
- die Beschaffung technischer Einrichtungen für das Archiv
- Publikationen des CSG und für die Vereinszeitschrift HIStory
- Vorträge, Ausstellungen und Präsentationen
Förderverein Centrum Schwule Geschichte e. V.
Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE95 3705 0198 1932 5666 62
BIC: COLSDE33XXX













