Führungen

Schon lange gehören Führungen durch das schwule Köln und seine Geschichte zum Standardprogramm des CSG.

2016 finden die Stadtführungen an folgenden Terminen statt:

Sonntag, den 08.05.2016, 14 Uhr
CSD Samstag, den 02.07.2016, 14 Uhr
Samstag, den 10.09.2016, 16 Uhr


Anmeldung nicht erforderlich
Treffpunkt jeweils Brunnen am Waidmarkt, Köln
Preis: 9 € / 7 € ermäßigt

Gruppenführungen sind auf Anfrage jederzeit möglich
(
Anfrage per Mail unter centrumschwulegeschichte@hotmail.com, bitte nicht telefonisch)

Warme Meilen

1983 wurde dem Militärischen Ab­schirmdienst (MAD) das Gerücht zugetragen, General Günter Kieß­ling, Viersternegeneral, einer der ranghöchsten Bundeswehr- und NATO-Offiziere, sei „händchenhal­tend“ mit einem Oberst gesehen worden – im „Tom-Tom“ in der Hüh­nergasse, das vorher „Le Carrous­sel“ hieß und heute wieder so heißt. Nichts konnte bewiesen werden, aber die Affäre beschäftigte mona­telang die Bonner politische Sze­ne. General Kießling wurde schließlich mit Großem Zap­fenstreich in den Ruhestand verabschiedet, Verteidi­gungsminister Wörner nach Brüssel weggelobt, auf den Posten des NATO-Generalsekretärs. Es gibt Geschichten, die schreibt nur das Leben. Dies ist eine davon ...

Für die neue Stadtführung haben wir noch mehr Geschichten aus­gegraben. Wie sah es im Bermu­dadreieck vor 25 Jahren aus? Wer erinnert sich an das „Pimpernel“? An der Gedenksäule hinter Maria im Kapitol erinnern wir an das schwule Leben vor 30 Jahren und den Ein­schnitt, den AIDS bedeutete. Das ist Geschichte, die weh tut, genau­so wie die der schwulen und lesbi­schen NS-Opfer, an die das Mahn­mal am Rheinufer erinnert.





Warme Meilen Waidmarkt

Das schwule Köln von dem Beginn der Schwulenbewegung, über die zwanziger Jahre, die dunkle Zeit des Nationalsozialismus und die Adenauer-Ära bis zur Sexualstrafrechtsreform 1969. Die Führung zeigt Orte der schwulen Bewegung, Orte großer Travestiekünstler und einfacher schwuler Männer. Erzählt wird aber auch von übereifrigen Polizisten in Pissoirs und von Razzien und Verfolgung. Welche Gefahren barg der § 175? Welche homosexuellen Skandale erschütterten die bürgerliche Gesellschaft? In welche Lokale ging man in den 50er Jahren und was war in den Lokalen erlaubt – in einer Zeit, in der es als vorsexuelles Verhalten galt, wenn zwei Männer miteinander tanzten? Am Waidmarkt berichten wir von der Grobben-Affäre – den Sturz des Regierungspräsidenten kurz vor der Landtagswahl 1966 und am Rathaus gewinnen wir Einblicke in die akribische Arbeit des Jugendamtes und seine Vernetzung mit der katholischen Kirche. Unsere sorgfältig ausgewählten Geschichten vermitteln ein vielschichtiges, lebendiges und unterhaltsames Bild des schwulen und lesbischen Lebens im Köln der früheren Zeiten.

Bericht der Bildzeitung (Bild-Köln, 2.4.2007) über die "Warme Meilen"





Amor & Colonia. 500 Jahre Lust und Laster.

Auf unserer Reise durch die Reize begegnen wir einem Pfarrer von St. Aposteln, der in der Beichte Schreckliches vernehmen muss. Wir hören von Casanova und der Gattin des Bürgermeisters. Sitten und Unsitten der Badehäuser werden beleuchtet. Ein Bundeswehr-General muss zurücktreten, weil ein Barkeeper ihn in einer einschlägigen Kneipe gesehen haben will. Nackttänze versetzen die Stadt in Aufruhr - ganz in der Nähe des heutigen Polizeipräsidiums. Und und und ...

Die Geschichte der Sexualität in Geschichten - und im Hintergrund der Wandel des sexuellen Verhaltens von 1500 bis heute - das städtische Bordell, der verführerische Duft, Homosexualität, "Rassenschande", Hexen. Sexualität hat viele Aspekte, einige der nicht-offiziellen, der verschwiegenen, der verbotenen sprechen wir an. Köln, lange Zeit die größte Stadt im Deutschen Reich, hat ein weites Herz und nicht nur zur Karnevalszeit missachteten Mann und Frau Regeln und Verbote.

Unsere neue Stadtführung beginnt am Hahnentor. Im
Gebäude unmittelbar rechts daneben befand sich zu
Beginn der letzten Jahrhunderts die Restauration
Nettesheim - das erste namentlich bekannte Homo-
sexuellenlokal Kölns.








 Tilla, die lustige Kölnerin, trat bis 1933 im "Dornröschen" auf; sie überlebte die Zeit des Nationalsozialismus nicht.








 Im Tom -Tom, Hühnergasse, vorher und danach wieder Caroussel, seit 2009 geschlossen, soll seinerzeit der Vier-Sterne-General Kießling verkehrt haben.