NS-Zeit
1933
Aschermittwoch wird das "Dornröschen", Kölns beliebtestes Homosexuellenlokal, in ein SA-Sturmlokal umgewandelt (Februar):

Bücherverbrennung auf dem Platz vor der Universität (heute Fachhochschule Köln, Claudiusstraße). Auf Initiative Ernst Bertrams (siehe 1921) werden die Bücher seines Freundes Thomas Mann und des bisexuellen, dem George-Kreis angehörenden Schriftstellers Friedrich Gundolf, verschont (17. Mai).

1934
Der Kölner Kardinalerzbischof lässt mehrere Brüder der Alexianer-Kongregation in Lindenthal, die beschuldigt werden, ihre Zöglinge zu homosexuellen und sadistischen Handlungen missbraucht zu haben, des Hauses verweisen.

1936/38
Im Rheinland, u. a. auch in Köln, werden sogenannte Sittlichkeitsprozesse durchgeführt: katholische Priester, Mönche und Laien werden wegen Vergehen gegen § 175 angeklagt und verurteilt. Ziel der Prozesse ist die Schwächung der Position der katholischen Kirche. In Köln sind Brüder der Alexianer-Kongregation in Lindenthal betroffen. Gegen 51 Angehörige dieses Ordens wird Anklage erhoben, 45 werden wegen Unzucht mit männlichen Abhängigen zu hohen Haft- und Lagerstrafen verurteilt.

NS-Broschüre 1936

1938
Im Sommer Sonderaktion gegen homosexuelle Männer in Köln. Über 200 werden verhaftet. Anlass ist ein Verfahren gegen den Rechtsanwalt Kurt Bartels, einen prominenten Nationalsozialisten, Ratsherr und Leiter des Gaurechtsamtes Köln-Aachen, der wegen Verstoßes gegen § 175 zu 18 Monaten Haft verurteilt worden war.

1938/39

(und 1939/40) Die Jungfrau im Kölner Karnevalsdreigestirn ist eine Frau: die Nazis wollen in dieser Rolle keinen als Frau verkleideten Mann sehen.

1944
Weil er als Stricher seit 1940 mit hundert Männern "Unzucht" getrieben habe und sich mit zunehmendem Alter zu einem "immer gefährlicheren Verführer der Jugend" entwickeln werde, wird der 28jährige Wilhelm G. im Gerichtsgefängnis der Stadt Köln hingerichtet (4.Februar).