Die 1980er Jahre
1980
Aus einer Volleyballgruppe entsteht der SC Janus als erster schwul-lesbischer Sportverein Europas (März).

Militante Teile der Schwulen- und Pädobewegung sprengen in der Bonner Beethovenhalle durch andauernde Pfeifkonzerte und schließlich die Besetzung des Podiums eine Parteienbefragung (12.7).

Parteienbefragung in Bonn.

Herausgegeben von Jochen Saurenbach ("Schwule Aktion Köln" - SAK) erscheint erstmals der "Palmwedel", ab Heft 3 mit dem Untertitel: "1. Kölner Schwulenzeitschrift". Insgesamt erscheinen fünf Hefte (Herbst).


Zum ersten Mal findet im glf-Zentrum "Alfreds Flohmarkt" statt (19.10.).

Erstes Koordinationstreffen der Kölner Lesben- und Schwulengruppen in Hambach (23.11.).

1981
Erste Rosa Kulturwochen in Köln (5.-18.4.).

Die Kölnische Rundschau weigert sich, eine schwule Kontaktanzeige zu veröffentlichen. Begründung: "Wir führen nämlich keine Rubrik Bekanntschaften" (22.5.).

Gegen die Benennung einer Straße in Köln-Weiden nach Oscar Wilde gibt es erheblichen Widerstand eines Teils der Anwohner: sie wollen nicht in einer Straße wohnen, die nach einem Homosexuellen benannt ist (September).

Gründung der Uni-Schwulengruppe "Die andere Fakultät" (Oktober).

1982
Beim AStA der Uni Köln wird ein "Autonomes Schwulen- & Lesbenreferat" eingerichtet.

Erste schwul-lesbische Demo durch die Kölner Innenstadt (500 Teilnehmer und Teilnehmerinnen).

Büchertisch der glf auf der Schildergasse

glf-Büchertisch auf der Schildergasse. Foto: CSG-Archiv

Gründung der "Triviatas", des ersten schwulen Männerchors in Köln (Herbst).

Eröffnung des schwulen Buchladens "Lavendelschwert" in der Bayardgasse (2.10.).

1983
Info-Tisch der glf-Frauengruppe auf der Schildergasse (29.1.).

Die SAK tritt als erste Kölner Gruppe der International Gay Association (IGA, später ILGA) bei (März).

Erstes Infoblatt von glf-Sozialwerk und Uni-Hautklinik zum Thema Aids (Juli).

Das glf-Sozialwerk wird in den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband aufgenommen (August).

Kleiner Senat und Rektor der Uni Köln weigern sich, die "Andere Fakultät" als studentische Vereinigung der Hochschule anzuerkennen und damit ihre finanzielle Unterstützung durch den AStA zu ermöglichen (September).

Das erste "Köln von hinten" erscheint. Erstmals wird die  Kölner Szene in ihrer ganzen Vielfalt beschrieben (Oktober).
1984
Die Kießling/Wörner-Affäre erregt die Öffentlichkeit. Besuchte der General die Stricherkneipe oder war's ein Doppelgänger? (Januar).

Achtteilige Artikelserie des "Express": Homosexuelle '84 - Wie sie leben, wie sie lieben, wie sie leiden (9.-18.1.).

Walter Bockmayer und sein Partner Rolf Bührmann eröffnen das "Theater in der Filmdose". Erste Produktion: "Die Geierwally", die (mit Gastspielen) mehr als 750 mal gezeigt wird. Es spielen u. a. Veronika Ferres, Samy Orfgen, Dirk Bach und Ralf Morgenstern.

Die Kölner Schwulen- und Lesbengruppen gründen die "Emanzipation" als Trägerverein eines Schwulen- und Lesbenzentrums (22.5.).

1985
Gründung der Aids-Hilfe Köln.

Eröffnung des Schwulen- und Lesbenzentrums "Schulz" in der Bismarckstraße 17 (16.3.).

Erste Frauen-Disco im Schulz (4.5.).

Aus Anlass des 40. Jahrestages der deutschen Kapitulation Ansprache von Bundespräsident von Weizsäcker im Bundestag. Erstmals werden auch die Homosexuellen offiziell Opfer des Nationalsozialismus genannt (8.5.).

"Homo cantat" - erstes europäisches Treffen schwuler Chöre in Köln (25.5.).

Erste "Sappho-Kulturtage" (September).

Gründung des "Bildungswerk der Kölner Schwulen- und Lesbengruppen" (Bildungswerk Emanzipation) (13.11.).

Erster Frauentag im Schulz (17.11.).

1986

Die Aidshilfe Köln eröffnet ihr Beratungs- Und Informationszentrum am Hohenzollernring 48 (24.1.).

Gründung des Kölner Frauengeschichtsvereins.

Gründung des BVH ("Bundesverband Homosexualität") im Schulz (Oktober).

Entstehung der Kölner Bisexuellengruppe (heute Uferlos e.V.) als Gesprächs- und Selbsthilfegruppe.

1987
Erste gemeinsame "Sappho - Rosa Kulturtage" (März).

Gründung der Deutschen Aids-Stiftung Positiv Leben (Mai).

"ILGA-Weltkonferenz" in Köln (29.6. bis 4.7.).

1988
Georg Uecker wird in der Lindenstraße der erste schwule Serienstar.

Drei Studenten gründen in der Limburger Straße den Condomi-Laden als  Deutschlands erstes Fachgeschäft für Erektionsbekleidung.

In Rösrath protestieren anlässlich einer CDU- Veranstaltung hundert Demonstranten gegen den Staatssekretär im bayrischen Innenministerium, Peter Gauweiler, und dessen rigide Aidspolitik. Sieben Festnahmen (5.5.).

Vor dem British Council in der Hahnenstraße demonstrieren etwa 30 Homosexuelle gegen Clause 28, ein von der britischen Regierung initiiertes Gesetz, das die Diskriminierung von Homosexualität als nicht gleichberechtigter Form der Sexualität in Großbritannien festschreibt (8.10.).

Protestflugblatt gegen ein die Homosexuellen diskriminierendes Gesetz in Großbritannien.

Der "New York City Gay Men Chorus" bestreitet die erste schwule Veranstaltung im Gürzenich, Kölns "guter Stube" (3.9.).

In der Kettengasse eröffnen Michael Schneidewind und Bernd Ide die Phoenix-Sauna, die erste einer Kette von gleichnamigen Betrieben in Köln, Düsseldorf und Essen (Oktober).

Im Theater "Der Keller" Premiere von Martin Shermans Stück "Rosa Winkel" ("Bent"), das die Verfolgung der Homosexuellen durch die Nazis behandelt. In der Rolle des Wolf der damals noch am Anfang seiner Karriere stehende Till Schweiger (27.10.)

1989
Im Hauptgebäude der Universität erinnert der AStA durch eine aus Ulm entliehene Wanderausstellung erstmals in Köln an die nationalsozialistische Verfolgung homosexueller Frauen und Männer (Januar).

Gründung des Vereins "Lila und Rosa Gehörlose Köln 1989 e.V.. Der Verein organisiert  Beratung und zahlreiche Aktiviäten für Mitglieder und Freunde an.

Tuntenball im Sartory. Top-Act: Die Kult-Band "Village-People" mit ihrem Welthit "Y.M.C.A." (25.11.).