St. Sebastian oder die schwule Kunst zu leiden
Es gibt nur wenige glaubwürdige Quellen zum Leben des heiligen Sebastian. Er lebte wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. und starb als römischer Offizier und Christ am Ende dieses oder Anfang des 4. Jahrhunderts, allerdings nicht durch die Pfeile seiner Soldaten (wie viele Darstellungen vermuten lassen), sondern er wurde in der römischen Pferderennbahn mit Keulen erschlagen. In der Überlieferung findet sich kein Hinweis darauf, dass Sebastian homosexuell war. Seine Verklärung zum "schwulen" Idol ist ein komplizierter Prozess, der in der Renaissance einsetzte, sich im wesentlichen aber in den letzten einhundert Jahren abspielte.

Die Ausstellung versuchte diesen Prozess nachzuzeichnen und darüber hinaus dem Sebastian-Motiv im religiösen Leben sowie in Kunst, Literatur, Musik, Fotografie und Film nachzuspüren.

Zur Ausstellung gibt es eine Begleitpublikation.

Adriaan Litzroth: St. Sebastian (Sammlung Othmar Rahm)

Siegbert Hahn: St. Sebastian. Illustration zu Peter Guckel: Sebastian. Das Spiel des Lebens spielen. Köln 2000