Gegen die Regeln
Lesben und Schwule im Sport
Sexuelle Minderheiten im Sport waren lange ein Thema, über das selten offen geredet wurde. Es gab und gibt kaum einen gesellschaftlichen Bereich, in dem die Annahme, ein Mann (oder eine Frau) seien homosexuell, so abwegig erscheint wie im Sport. Nur wenige Spitzensportler und -sportlerinnen haben sich bisher als homo- oder bisexuell geoutet. Dabei kommt dem Sport in der Biographie von Angehörigen sexueller Minderheiten ein zentraler Stellenwert zu, unabhängig ob Sportfanatiker oder -gegner. Sportler und Sportlerinnen, die sich vom eigenen Geschlecht angezogen fühlen, hat es aber schon immer gegeben. Das private wie auch das öffentliche Coming-out scheinen sich im Sport jedoch besonders schwierig zu gestalten.

Die Ausstellung näherte sich dem Thema von verschiedenen Seiten: durch Interviews mit aktiven Sportlerinnen und Sportlern, durch Porträts heutiger und früherer Spitzensportlerinnen und -sportler (z. B. Otto Peltzer, Gottfried von Cramm, Martina Navratilova, Amélie Mauresmo, Greg Louganis usw.), durch eine Zeitleiste mit Daten aus der schwul-lesbischen Sportgeschichte, nicht zuletzt durch einen Überblick über Geschichte und Gegenwart der schwul-lesbischen Sportbewegung, der Vereine und der internationalen Sportwettkämpfe bzw. Sporttreffen. Einer dieser internationalen Wettkämpfe, die schwul-lesbische Fußballweltmeisterschaft, die im Jahr 2000 in Köln ausgetragen wurden, war neben dem 20. Geburtstag des Kölner Vereins SC Janus der Anlass, die Ausstellung in Kooperation zwischen dem SC Janus und dem CSG zu erstellen.

Die Ausstellung wurde inzwischen überarbeitet und aktualisiert. Zur Zeit  (vom 21.7. bis 11.9.2004) ist sie in Mannheim zu sehen, im MVV-Kundenzentrum, K1 (Öffnungszeiten Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 9-14 Uhr, Eintritt frei. Führungen für Schulklassen und Gruppen auf Anfrage).

Ausstellungsankündigung in GAB - Das Gay Magazin, 7/2004