Das sind Volksfeinde!
Kölner Sonderaktion gegen Homosexuelle im Sommer 1938
Die Ausstellung erinnerte an ein dunkles Kapitel der Kölner Stadtgeschichte. Die Verhaftung des Rechtsanwalts Kurt Fritz Bartels, eines hohen NS-Funktionärs, wegen Vergehen gegen § 175 war im Sommer 1938 Anlass einer "Sonderaktion", bei der aufgrund von Denunziationen und bei Razzien über 200 homosexuelle Männer festgenommen und verurteilt wurden.

Die Präsentation gab einen eindrucksvollen Einblick in die Lebenswelt der Kölner Homosexuellen während der 30er und 40er Jahre des letzten Jahrhunderts. Gezeigt wurde zunächst das allmähliche Wegbrechen der mühsam errungenen sozialen und kulturellen Freiheiten der Weimarer Zeit. Das von den Nazis propagierte und durchgesetzte Familienideal erzwang von homosexuellen Männern und Frauen die Preisgabe ihrer  Identität. Sie heirateten oder lebten in ständiger Angst vor Denunziationen. 1935 wurde der Paragraph 175 des Reichsstrafgesetzbuchs von den Nationalsozialisten verschärft (und war in dieser verschärften Form bis 1969 gültig). Im Krieg wurde die Verfolgung noch einmal intensiviert: viele homosexuelle Männer standen vor der grausamen Wahl: Einweisung ins KZ oder Kastration. Eine angemessene Entschädigung für die homosexuellen  Opfer des Nationalsozialismus wurde bis heute nicht geleistet. Die Ausstellung entließ ihre Besucher mit einem hoffnungsvollen Blick in die Kölner Gegenwart: mit Bildern vom größten Christopher Street Day in Europa.

Zur Ausstellung gab es eine Begleitpublikation.