... eigentlich schon immer irgendwie ...
Coming-out gestern und heute
Berichte, Fakten Videos. Lesben und Schwule aus / in Köln.
Ausstellung des Centrums Schwule Geschichte
in Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum anyway

In Videos und Texten berichten alte und junge Schwule und Lesben von ihrem inneren und äußeren Coming-out. Über Schwierigkeiten mit sich selbst, mit der Familie, mit Freunden und Freundinnen, mit Kollegen und Kolleginnen. Aber auch über ihren Weg in die "Szene" und von neuem Selbstbewusstsein.


Coming-out: früher der Begriff im amerikanischen Englisch für das Debüt junger Damen in der Gesellschaft - der erste öffentliche Auftritt, meist bei einem Ball, in der 'feinen' Gesellschaft. Das britische Englisch notiert für Coming-out den Gang zur Börse, das Erscheinen von Papieren, sprich: Aktien, in der Öffentlichkeit. In den letzten Jahrzehnten ist der Begriff nun ein wenig anders definiert worden, er meint jetzt a) das Bewusstwerden der eigenen Homosexualität, b) das Bekanntmachen der eigenen Homosexualität, c) die erstmalige homosexuelle Betätigung. Und „Come out“ ist der Titel einer Zeitschrift, herausgegeben von der Gay Liberation Front New Yorks.

Coming-out ist eine unendliche Vielzahl von Akten - jedes Coming-out ist anders, neu, persönlich, individuell. Der Historiker, der Psychologe, der Soziologe systematisiert gern, bei allen Sortierungs- und Gruppierungsanstrengungen und -notwendigkeiten darf dennoch die Subjektivität und Individualität nicht vergessen werden.

Die Ausstellung sammelt Subjektives und Objektives zum Thema. Wir werfen sowohl einen Blick in die Vergangenheit und legen die gegenwärtige Bedeutung dar: CSG und anyway vertreten dann gewissermaßen diese beiden Teile der Ausstellung.

Das Coming-out ist ein schwieriger und einschneidender Akt. Wir wollen persönliche Erfahrungen beim eigenen Coming-out darstellen, daneben sollen Vorstellungen und Meinungen über das Coming-out allgemein oder bezüglich anderer Personen dokumentiert werden. Theorien aus der Wissenschaft und Berichte in Zeitschriften, Artikel in Ratgeberbüchern etc. dürfen nicht fehlen: Bei aller Subjektivität ist ja stets die Öffentlichkeit involviert.

Im Mittelpunkt stehen Biographien, dabei werden verschiedene Epochen und Verhaltensmuster und Reaktionen von außen berücksichtigt. Dass die Umwelt, die Gesellschaft, der Freundeskreis und die Familien 1940 und 1990 verschieden auf den Akt des Coming-out reagieren, ist jedem bewusst, solche Unterschiede wollen wir aber konkret, erfahrbar machen.

Nach unserem Auszug aus der Vogelsanger Straße besitzen wir keine eigenen Ausstellungsräume mehr. Ausstellungen werden wir also in Zukunft an verschiedenen Orten in der Stadt, u. U. auch in Kooperation mit verschiedenen Partnern zeigen. Diese erste Ausstellung der neuen Art verspricht viel - ein interessantes Thema, ein bekannter und gleichwohl unbekannter Ort, ein rühriger Partner. Die Jugend und die Fachleute für die Vergangenheit treffen einander, schon dies weckt hoffentlich Aufmerksamkeit für die Ergebnisse gemeinsamer Arbeit.

27.10., 19 Uhr Eröffnung
Ausstellungsdauer: 27.10. bis 25.11.2007,
jeweils samstags und sonntags 15 bis 18 uhr
Zu sehen im Jugendzentrum anyway, Kamekestr. 14 (Ecke Bismarckstraße)
Während der Ausstellungszeiten ist das anyway, anders als üblich, für alle Interessierten geöffnet.

US-Schauspielerin Ellen DeGeneres: Yep, I'm Gay (Time Magazin, 14.4.1997)

Klaus Wowereit, seit 1991 Regierender Bürgermeister von Berlin: "Ich bin schwul - und das ist auch gut so" (10. Juni 2001)